Weiße Rosen für die GSMS


Pressebericht von Nanne Wienands

75 Jahre ist es her, dass die Geschwister Sophie und Hans Scholl und ihr Freund Christoph Probst mit dem Fallbeil hingerichtet wurden: sie hatten Flugblätter verteilt. Flugblätter, deren Inhalt sich gegen das Regime der Nationalsozialisten richteten, gegen den Krieg, der grausam und vernichtend war. Millionen Opfer waren bereits zu beklagen, die Mordfabriken in den Konzentrationslagern arbeiteten. Die Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" geriet schnell ins Visier des Sonderermittlungskommandos, sie wurden vor Gericht gestellt, verurteilt und ermordet. Bis heute gilt der Mut der jungen Menschen als beispielhaft.
Sophie Scholl war 21 Jahre alt, ihr Bruder Hans und der Freund Christoph Probst, beide 24 Jahre alt, bildeten den Kern der studentischen Widerstandsgruppe in München. Sie wurden am 18. Februar 1943 beim Auslegen des sechsten Flugblattes in der Münchner Universität von Hausmeister Jakob Schmid erkannt und bei der Gestapo denunziert. Bereits am 22. Februar 1943 wurden sie vom Volksgerichtshof unter der Leitung des Richters Roland Freisler zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Gefängnis in München-Stadelheim von Johann Reichhart mit der Guillotine enthauptet. Vor allem Sophie Scholl war die Gefährlichkeit ihres Tuns bewusst. Sie hat damit gerechnet, getötet zu werden, falls sie erwischt werden. Hans Scholl wurde in seinen Semesterferien als Sanitätsoffizier an die Front geschickt, seine Kriegserlebnisse waren u. a. Anlass für sein Mitwirken bei der Widerstandsgruppe. Christoph Probst gab früh seiner Ablehnung der nationalsozialistischen Ideen Ausdruck, und half den Freunden trotz seiner familiären Situation: er war verheiratet und Vater dreier kleiner Kinder.
 
 
 

Von der Schwarzenbacher Bürgerin Emma Engelhardt wurde Jahre später anregt, der Schwarzenbacher Schule einen Namen zu geben: Geschwister-Scholl-Schule. Alfred Engelhardt, ihr Mann, war vier Jahre als politischer Gefangener im Konzentrationslager Dachau inhaftiert gewesen, und er kam gezeichnet fürs Leben heim. Emma Engelhardt übernahm noch in hohem Alter den Posten der Sprecherin der VVN-BdA; der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes. Emma Engelhardts Nachfolger Nanne Wienands, Thomas Etzel und Eva Petermann aus dem Vorstand der VVN-BdA Hof / Wunsiedel haben nun der Schwarzenbacher Geschwister-Scholl-Mittelschule zur Erinnerung an den Jahrestag der Ermordung der Geschwister Scholl und Christoph Probst einige weiße Rosenstöcke geschenkt, die zu einer klimatisch passenden Jahreszeit gepflanzt werden.
Über den Gutschein freute sich Schulleiterin Christine Lang. "Wir werden einen Weg finden, die Rosenstöcke mit unseren Schülerinnen und Schülern zu pflegen. Heute wurde an unserer Schule in allen Klassen in altersgerechter Weise an Sophie und Hans Scholl erinnert. Wir wollen das auch in Zukunft so halten.“